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Gesundheit ist ein hohes Gut. Und einige Menschen müssen mehr tun als andere, um sie zu erhalten oder wieder herzustellen. Eine bewusste Lebensführung sowie bei Bedarf die Einnahme von Medikamenten sind das Fundament für eine dauerhafte Gesundheit – dabei darf natürlich auch eine stets ausreichende Versorgung mit Nährstoffen nicht fehlen. Gerade hier aber weisen große Bevölkerungsanteile einen Mangel oder einen deutlich höheren Bedarf im Vergleich zu anderen auf: So ist zum Beispiel die Ernährung älterer Menschen oftmals nicht reich genug an Vitalstoffen. Die Ursachen reichen von den eigenen Essgewohnheiten bis hin zu Problemen bei der Verwertung der Nahrung durch den Körper. Auch die Ernährung von Kranken kann den erhöhten Nährstoffbedarf oft nicht decken, dabei sind sie gerade in einer Rekonvaleszenz-Phase so wichtig. Für diese Gruppen kann eine Extra-Gabe von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen von ganz erheblichem Nutzen sein.
Natürlich ersetzen dabei so genannte Nahrungsergänzungsmittel – selbst wenn sie von renommierten forschenden Pharmaunternehmen mit großem Knowhow entwickelt wurden – keine gesunde Lebensführung. Das ist auch nicht ihre Aufgabe. Sie können aber dabei helfen, Versorgungslücken zu schließen und einen größeren Bedarf in speziellen Lebensphasen zu decken. Schließlich fällt es schon den Gesunden schwer, die Ernährungsempfehlungen richtig umzusetzen: Essen Sie sieben Mal die Woche fünf Portionen Obst und Gemüse? Mir persönlich fällt es schwer.
Lesen Sie im vorliegenden Newsletter mehr zur Situation der Nährstoffversorgung bei älteren Menschen sowie aktuelle Meldungen aus der Forschung über die Bedeutung bestimmter Vitamine zur Vorbeugung bzw. Therapie von Krankheiten. Vielleicht stoßen Sie dabei ja auf Informationen, die Sie spannend finden und auch Ihre Leser interessieren könnten.
Ihr Kay Richter

Immer mehr Menschen werden immer älter. Dabei will kaum jemand ein längeres Leben um jeden Preis. Die Idealvorstellung wäre vielmehr: mit 80 auf dem Fahrrad statt im Rollstuhl! Die Lebenserwartung des Einzelnen hat sich bisher verbessert, ohne dass wir selbst etwas dafür tun mussten: durch gesündere Umwelt- und Arbeitsbedingungen und vor allem eine bessere medizinische Versorgung. Um die späteren Lebensjahre aktiv genießen zu können, ist aber auch Eigeninitiative gefragt. Eine ausgewogene Ernährung leistet einen wichtigen Beitrag für eine gute Lebensqualität bis ins hohe Alter. Untersuchungen der Ernährungsgewohnheiten von älteren Menschen zeigen dagegen: Zwischen dem gestiegenem Bedarf an Vitalstoffen und den Ernährungsgewohnheiten von Senioren klafft eine große Lücke. Die Folge: Im übersatten Deutschland leiden Ältere oft unter einer ungenügenden Vitalstoffversorgung bis hin zu regelrechten Mangelerkrankungen.
Grundsätzlich benötigen ältere Menschen weniger Energie, und so ist auch ihr Speiseplan oftmals weniger reichhaltig – das heißt: weniger Kalorien, aber auch weniger Vitamine und weniger Mineralstoffe! Der Bedarf an Vitalstoffen verringert sich aber nicht, unter Umständen ist er sogar höher als bei jüngeren Menschen. So stellen Untersuchungen immer wieder Lücken bei der Vitaminund Mineralstoffversorgung bei Senioren fest. Sie erreichen zum Beispiel bei dem für die Knochengesundheit so wichtigen Vitamin D weniger als ein Drittel des DACH-Referenzwertes1. Für Vitamin C sieht es etwas besser aus, die entsprechende Quote liegt aber auch nur bei etwa 50 Prozent des DACH-Referenzwertes1.
Die Ursachen sind vielfältig und verstärken sich gegenseitig: Fertiggerichte oder warm gehaltenes "Essen auf Rädern" ersetzen frische Mahlzeiten, Rohkost kann ein Problem für die "dritten Zähne" sein. Wem der Weg zum nächsten Laden beschwerlich wird, der verzichtet eher auf häufige Einkäufe frischer Lebensmittel.
Lagern, kochen und warm halten führen unweigerlich zu Vitaminverlusten, denn diese Vitalstoffe sind häufig licht- und hitzeempfindlich. Zusätzlich können Medikamenteneinnahme oder Krankheiten die Aufnahme der Mikronährstoffe in den Körper behindern.
Chronische Erkrankungen oft mit Vitalstoffmangel verknüpft
Eine schlechte Versorgung wirkt sich zuerst auf das Wohlbefinden und die Lebensqualität aus. In harmloseren Fällen kommt es meistens nur zu allgemeinen Beschwerden, wie Schwäche, Müdigkeit oder Antriebslosigkeit. Sie werden oft gar nicht als Folge einer unzureichenden Ernährung erkannt, sind aber deswegen nicht weniger unangenehm und senken die Lebensqualität. In gravierenden Fällen folgen dann Störungen wichtiger Organfunktionen, eine erhöhte Infektanfälligkeit, verlangsamte Wundheilung und verzögerte Genesung bei Krankheiten. In seltenen Fällen kann es sogar zu echten Mangelkrankheiten kommen.
Besonders kritisch ist zum Beispiel die Versorgung mit Vitamin B12, das bei Senioren häufig nur schlecht vom Körper aufgenommen wird. Bei einer Gastritis, wie sie bei älteren Menschen verbreitet ist, wird dieser Vitalstoff sehr schlecht verwertet. Vitamin B12 ist wichtig für die Zellteilung, die Blutbildung und das Nervensystem. Vitamin-B12-Mangel führt unter anderem zu erhöhter Infektanfälligkeit, Müdigkeit und Schwäche, kann aber auch Angst und Depressionen auslösen. Ein fortgeschrittener Vitamin-B12-Mangel drückt sich in einer speziellen Form der Blutarmut (Anämie) aus. Spätestens in diesem Stadium muss mit hochdosierten Vitamin-B12-Gaben behandelt werden.
Verbreitet, aber nicht unvermeidlich: Makuladegeneration
Auch eine spezielle Form der fortschreitenden Alterserblindung, die Makuladegeneration, ist vom Ernährungsstatus abhängig. An dieser Krankheit, bei der Netzhautzellen schlimmstenfalls bis zur Erblindung absterben, leiden in Deutschland über eine Million Menschen, unter den über 80-Jährigen ist jeder Dritte betroffen. Einer US-amerikanischen Studie zufolge konnte die Makuladegeneration durch zusätzliche Gaben des Vitalstoffes Lutein (in grünen Blattgemüsen enthalten) zusammen mit den Vitaminen A, C und E teilweise rückgängig gemacht werden2.
Die moderne Medizin und verbesserte Lebensbedingungen schenken uns mehr Lebensjahre – es liegt allerdings auch an uns, wie wir sie verbringen. Neben regelmäßigem Training für Körper und Geist hilft eine gesunde Ernährung, die bedarfsgerecht mit Vitalstoffen ergänzt werden sollte, Gesundheit und Lebensqualität zu erhalten.
1 Paderborner Altenheimstudie, Schmid und Heseker 2001
2 Optometry – The Journal of the American Optometric Association, April 2004

Menschen mit niedrigem Vitamin-D Spiegel haben möglicherweise ein erhöhtes Risiko, an einer bestimmten Form der Arterienverengung zu erkranken. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler vom Albert Einstein College für Medizin an der Yeshiva Universität in Bronx im US-Bundesstaat New York. Die Mediziner stellten ihre Forschungen auf der Jahreskonferenz 2008 für Arteriosklerose, Thrombose und Gefäßbiologie der amerikanischen Herzgesellschaft vor.
Die so genannte „periphere arterielle Verschlusskrankheit“ (paVK) entsteht durch die Verengung von Blutgefäßen und ist in der Regel durch Arteriosklerose bedingt. Häufig tritt sie in den Beinen auf und geht mit Schmerzen und eingeschränkter Gehfähigkeit einher.
Der menschliche Körper kann Vitamin D selbst bilden, wenn er dem Sonnenlicht ausgesetzt ist. Das Vitamin kann auch mit der Nahrung aufgenommen werden, vor allem mit Fisch und Milch, oder auch in Form von Nahrungsergänzungsmitteln. Für die Gesundheit der Knochen ist eine ausreichende Zufuhr von Vitamin D unabdingbar; welche Rolle es bei Herz- Kreislauf-Erkrankungen spielt, ist noch wenig bekannt.

„Wir wissen, dass Vitamin D bei Mäusen eines der Hormonsysteme reguliert, das für den Blutdruck wichtig ist“, erklärt die federführende Autorin der Studie, Dr. Michal Melamed vom Einstein College. „Da die Zellen in den Blutgefäßen Rezeptoren für Vitamin D haben, könnte dieses die Gefäße direkt beeinflussen, aber komplett haben wir das noch nicht erforscht.“
Für die Studie hatte Dr. Melamed mit ihren Kollegen das Blut von 4.839 erwachsenen US-Amerikanern untersucht und Risikofaktoren wie Cholesterinspiegel, Blutdruck und Diabetes miteinbezogen.
Bei höherem Vitamin-D-Spiegel stellten die Forscher weniger Erkrankungen fest. Nur 3,7 Prozent der Patienten mit dem höchsten Vitamin-D-Spiegel zeigten im Untersuchungszeitraum Arterienverschluss, bei denjenigen mit den niedrigsten Vitamin-D-Werten waren es mit 8,1 Prozent mehr als doppelt so viele.
Auch wenn Alter, Geschlecht, Abstammung und gesundheitliche Probleme mitberücksichtigt wurden, ergab sich ein ähnliches Bild: In der Patientengruppe mit den niedrigsten Vitamin-D-Werten trat die Erkrankung zu 64 Prozent häufiger auf als in der Gruppe mit den höchsten Vitamin-D-Werten.
Diese Ergebnisse legen nahe, dass Vitamin D gegen paVK vorbeugen kann. Allerdings betont die Autorin der Studie, dass die Befunde nicht notwendigerweise allein auf das Vitamin D zurückzuführen sein müssen. Belastbare Aussagen könnten erst nach weiteren Untersuchungen erfolgen.
* Quelle: Albert Einstein College of Medicine (20.April 2008) Vitamin D May Protect Against Peripheral Artery Disease

An Alzheimer Erkrankte, die hoch dosiertes Vitamin E nehmen, leben länger als Patienten, die auf diese zusätzliche Vitamingabe verzichten. Dies geht aus einer Studie hervor, die Forscher auf der 60. Jahrestagung der Amerikanischen Akademie für Neurologie in Chicago vorstellten.
Die Mediziner untersuchten 847 Patienten über einen Zeitraum von durchschnittlich fünf Jahren. Zwei Drittel der Gruppe nahmen 2-mal
täglich jeweils 1.000 internationale Einheiten Vitamin E zu sich, zusammen mit einem Alzheimer- Präparat (einem Cholinesterase-Hemmer); weniger als 10 Prozent der Probanden setzten hingegen auf Vitamin E ohne das Medikament, während etwa 15 Alzheimer-Patienten: Besser und länger leben mit Vitamin E* Prozent wiederum das Arzneimittel, aber kein zusätzliches Vitamin E anwendeten.

Interessantes Ergebnis der Studie: Patienten, die Vitamin E einnahmen, hatten im Untersuchungszeitraum ein 26 Prozent geringeres Sterberisiko als diejenigen ohne die Extra-Vitamin-E-Gaben.
Man habe schon vorher erkannt, dass Vitamin E das Fortschreiten von Alzheimer bei mittelschweren Verläufen bremsen könne, sagte der Autor der Studie, Valory Pavlik, PhD, vom Baylor College of Medicine’s Alzheimer’s Disease and Memory Disorders Center in Houston, Texas, und Mitglied der Amerikanischen Akademie für Neurologie. „Dies ist besonders wichtig, weil neuere Studien mit Herzpatienten in Frage gestellt haben, dass Vitamin E die Lebenserwartung verlängert.“
Die Untersuchung erbrachte außerdem, dass Vitamin E zusammen mit einem Cholinesterase-Hemmer wirksamer sein dürfte als jeder der beiden Wirkstoffe für sich genommen. „Unsere Befunde zeigen, dass Patienten, die den Cholinesterase- Hemmer ohne Vitamin E nahmen, keine höhere Lebenserwartung hatten“, so Pavlik weiter. Was die Ursache dafür ist, müsse allerdings erst in weiteren Untersuchungen geklärt werden.
Vitamin E kommt hauptsächlich in pflanzlichen Ölen, Nüssen und grünem Blattgemüse vor. Die Patienten der genannten Studie nahmen täglichen sehr viel mehr Vitamin E zu sich, als es aktuell für die Durchschnittsbevölkerung empfohlen wird.
* Quelle: American Academy of Neurologie, 17. April 2008: "Vitamin E May Help Alzheimer's Patients Live Longer, Study Suggests."

Einer neuen Untersuchung zufolge haben Tuberkulose-Patienten ein geringeres Rückfallrisiko, wenn sie parallel zu ihrer Therapie Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen. Die vorab im Internet veröffentlichte Studie erscheint am 1. Juni 2008 im Journal of Infectious Diseases.
Eduardo Villamor von der Harvard School of Public Health untersuchte mit einem Forscherteam in Tansania 887 Tb- Patienten, die sich einer Tuberkulosespezifischen Chemotherapie unterzogen. Er verabreichte ihnen die Vitamine A, B-Komplex, C und E sowie Selen oder ein Placebo. 471 dieser Patienten waren auch mit dem Aids-Virus HIV infiziert, ohne hier eine Behandlung zu erfahren.
Ergebnis: Die Patienten profitieren mehrfach von den zusätzlichen Vitalstoffgaben. Nachdem keine Tuberkulose mehr bei ihnen nachweisbar war, hatten sowohl HIV-infizierte als auch HIV-freie Lungen-Tb-Patienten ein deutlich niedrigeres Rückfallrisiko, wenn sie Vitalstoffe nahmen: Im Durchschnitt waren es 45 Prozent und bei den HIV-Infizierten noch 63 Prozent. Die Vitalstoffgaben reduzierten unabhängig vom HIV-Status auch das Auftreten bestimmter Nervenschäden, die mit Missempfindungen an Armen und Beinen einhergehen. Gleichzeitig stärkten sie das Immunsystem: Bei den HIV-freien Patienten stieg die Zahl für die Immunantwort wichtiger Zellen.

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